Positionen
Innovation First – Gesundheitspolitik neu denken durch inklusive Innovation, KI und digitale Versorgungslösungen
Der Ausschuss für Gesundheit empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/7016, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksachen 21/6130 und 21/6559 in der Ausschussfassung anzunehmen. Hierzu liegt ein Änderungsantrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/7017 vor, über den wir zuerst…
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Viele wissen, dass ich Fachkinderkrankenschwester bin und viele Jahre in der Pflege gearbeitet habe. Für unsere Debatte heute hier habe ich aber eine befreundete Kollegin und Pflegefachkraft gefragt: Was würde sie zum Thema Organspende sagen,…
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Gute Gesundheit und Pflege sind für alle Menschen bedeutend. Jede und jeder macht sich Gedanken darüber, wie gute Gesundheit und Pflege gesichert werden können – eines Tages für sich selbst, für die Angehörigen,…
Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat zu Beginn die Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken. Bitte sehr.
Mein persönliches Highlight: Sie fordern die Entwicklung einer Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“. Die Bundesregierung schreibt in einer Mitteilung vom 4. Juni, sie plane eine Strategie für die mentale Gesundheit von jungen Menschen.
Wir kommen zur Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung. Der Ausschuss für Gesundheit empfiehlt unter Buchstabe a seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/6076, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksache 21/4084 in der Ausschussfassung anzunehmen. Ich bitte…
Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Menschen nachts dringend ein Medikament brauchen, wenn Eltern mit einem fiebernden Kind Hilfe suchen oder ältere Menschen kurzfristig Beratung benötigen, dann ist die Apotheke vor Ort oft der erste Ort der…
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)
Anknüpfend an das, was Sie gesagt haben: Ich habe schon vor geraumer Zeit das Bundesarbeitsministerium gefragt, welche Auswirkungen überlange Arbeitszeiten eigentlich auf Gesundheit und Arbeitsschutz haben. Die Auskunft war sehr eindeutig: dass sich damit Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten verschlechtern,…
Ich darf für die Bundesregierung der Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken, das Wort erteilen und damit die Debatte eröffnen.
Wir kommen nun zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf der Drucksache 21/5753. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wünscht Abstimmung in der Sache. Die Fraktionen der CDU/CSU und der SPD wünschen Überweisung, und zwar federführend an den Ausschuss für Gesundheit und…
Doch wie so oft lohnt sich auch hier ein genauerer Blick hinter die wohlklingenden Worte. Denn dieser Antrag tut so, als ließen sich die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen losgelöst von jeder Realität betrachten, als hätte es die intensiven Gespräche der…
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Beschluss der Regierung zur Finanzierungsreform im Gesundheitssystem ist kein Reformpaket. Er ist ein Angriff auf die Versicherten, auf die Patientinnen und Patienten, auf die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Und ich bin…
In einer Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ sagten 50 Prozent der Beschäftigten, dass sie am Arbeitsplatz eine so starke Belastung durch Zeitdruck verspüren, dass sie nicht glauben, gesund das gesetzliche Renteneintrittsalter erreichen zu können. Viele der Beschäftigten…
Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/5487 an den Ausschuss für Gesundheit vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Das ist nicht der Fall. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen.
Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/4835 an den Ausschuss für Gesundheit vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Das nicht der Fall. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen.
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Eigentlich ist es ganz einfach: Wer krank ist, braucht Hilfe – und das am besten schnell. Aber die Realität in unserem Land ist: Wie schnell man einen Facharzttermin…
Tagesordnungspunkt 17a. Wir kommen zur Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen. Der Ausschuss für Gesundheit empfiehlt unter Buchstabe a seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/4990, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksache 21/3207 in…
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Reproduktive Gesundheit und Rechte sind auf völkerrechtlicher Ebene als Menschenrechte anerkannt, zum Beispiel in der UN-Frauenrechtskonvention. Sie von der AfD schlagen jetzt vor, mit Donald Trump zusammenzuarbeiten, um das Recht auf reproduktive…
Wir kommen zur Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Novellierung der Regelungen zur Lebendorganspende und weitere Änderungen. Der Ausschuss für Gesundheit empfiehlt unter Buchstabe a seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/4991, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf…
Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)
Meine sehr verehrten Damen und Herren, zurück zum Thema. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Sehr geehrte Frau Ministerin Warken! Ich habe es schon mal hier im Plenum gesagt: Wir geben für unsere Gesundheit sehr viel Geld aus –…
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! „ Brot und Rosen“ – dieser Ruf der Frauenbewegung von 1911 steht bis heute für zwei zentrale Forderungen: soziale Sicherheit und ein Leben in Würde und Selbstbestimmung. Mehr…
Tagesordnungspunkt 26b. Wir kommen zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit zu dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel „Medizinische Versorgungszentren reformieren“. Der Ausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 21/3075, den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen…
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Unsere Hausarzt- und Kinderarztpraxen sind weit mehr als nur ein Teil des Gesundheitswesens. Sie sind für Millionen Menschen die erste Adresse, wenn es ernst wird. Sie entscheiden darüber,…
b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Armin Grau, Dr. Janosch Dahmen, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wir setzen die Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit auf Drucksache 21/4527 fort.
Und das ist kein Einzelfall. Es zieht sich durch ihre Gesundheitspolitik. Von den Krankenhäusern über die Kinderpsychotherapie bis hin zur ambulanten Versorgung, überall die gleiche Botschaft: Kinder kommen zuletzt.
Ich darf für die Bundesregierung der Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken, das Wort erteilen.
Ich eröffne hiermit die Aussprache – wir nehmen noch kurz die Platzwechsel vor –, und die erste Rednerin in dieser Debatte ist für die Bundesregierung Nina Warken, Bundesministerin für Gesundheit.
Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/3611 an den Ausschuss für Gesundheit vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Wenn das nicht der Fall ist, dann verfahren wir wie vorgeschlagen.
Ich eröffne die Aussprache. Als Erstes hat das Wort für die Bundesregierung die Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Und vor allen Dingen auch: Liebe Versicherte in diesem Land! Ich bin Ärztin, und wir haben im Gesundheitswesen in den letzten Jahren wahnsinnige therapeutische Durchbrüche gehabt. Wir können plötzlich Hepatitis C heilen. In…
Dieser Gedenktag erinnert an die Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948. Wozu wir bisher viel zu wenig gehört haben, sind die WSK-Rechte, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, unter anderem das Menschenrecht auf Wohnen, das Menschenrecht auf…
Wir kommen zur Abstimmung über den Einzelplan 15 – Bundesministerium für Gesundheit – in der Ausschussfassung. Wer stimmt dafür? – Das sind die SPD-Fraktion und die CDU/CSU-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Fraktion Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und die AfD. Gibt…
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Schauen wir uns doch die Gesundheitsversorgung im Land einmal an. Die durchschnittliche Wartezeit für einen Platz in der Kinder- und Jugendtherapie beträgt mittlerweile 30 Wochen. Die Eigenanteile in der Pflege liegen monatlich…
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute geht es um den Haushalt, also, kurz gesagt, ums Geld. Im Haushalt des Bundesministeriums für Gesundheit geht es insgesamt um ein Haushaltsvolumen von knapp 22 Milliarden Euro,…
Wir investieren in Zusammenhalt; aber da muss in Zukunft noch mehr gehen. Explodierende Fallzahlen in der Jugendhilfe, weiterhin extrem ungleiche Bildungschancen und der besorgniserregende Zustand der psychischen Gesundheit unserer Jugend sind nicht hinnehmbar. Oder nach dem Rapper Sido – keine Sorge,…
Strukturelle Überforderung eines analog gedachten Systems
Die gesundheitspolitischen Debatten im Deutschen Bundestag kreisen weiterhin um Bettenzahlen, Fallpauschalen, Budgetlogiken und Sicherstellungsaufträge. Während Reformen wie die Krankenhausreform Versorgungssicherheit adressieren sollen, fehlt eine grundlegende strategische Perspektive, die Innovation als integralen Bestandteil der Versorgungslogik versteht. Die digitale Transformation wird bislang additiv und nachgelagert gedacht – nicht als systemischer Hebel zur Entlastung der Versorgung und Stärkung der Patientensouveränität.
Gleichzeitig liegt der Realisierungsgrad beschlossener Digitalmaßnahmen (ePA, eRezept, Telemonitoring) deutlich unter den politischen Zielsetzungen. Die Folge: strukturelle Überforderung, bürokratische Reibungsverluste und mangelnde Umsetzungskapazität in Kliniken und Praxen. Die Ophthalmologie – prädestiniert für bildgebende KI-basierte Diagnostik – zeigt exemplarisch, wie Potenzial ungenutzt bleibt, weil Innovation nicht als Versorgungsstrategie implementiert wird.
Innovation First – von Verwaltungspolitik zu inklusiver Innovation
Amr Saad positioniert sich klar mit dem Leitbild „Innovation First“ – nicht als technologische Spielerei, sondern als inklusive Innovation, die medizinische Qualität, ökonomische Effizienz und politische Steuerbarkeit verbindet. Das bedeutet:
- Innovation nicht nachgelagert, sondern in die Strukturpolitik integriert – vom Krankenhausgesetz bis zur Bedarfsplanung.
- Digitale Ophthalmologie als Modellfachgebiet: KI-gestützte Retinadiagnostik (z. B. bei DR, AMD, Glaukom) zeigt, wie Frühintervention Systemkosten reduziert.
- Telemedizin als Versorgungsgerechtigkeit, nicht als Sparinstrument – bspw. bei chronischen Augenerkrankungen.
- Digitale Patientenaufklärung als dritte Versorgungssäule neben Diagnostik und Therapie – als Instrument zur Erhöhung der Gesundheitskompetenz.
Diese Perspektive definiert eine neue gesundheitspolitische Logik:
Nicht mehr Betten zählen – sondern Outcomes digital steuern.
Interdisziplinäre Entscheidungskultur etablieren
Um Innovation als Versorgungslogik zu etablieren, müssen politische Prozesse systematisch geöffnet werden. Fachärztliche Perspektiven mit digitaler Kompetenz sind in politischen Anhörungen unterrepräsentiert. In Verbänden ist Innovationsbereitschaft begrenzt, während Pharma und Medtech ihrerseits digitale Ökosysteme isoliert entwickeln. Ziel ist die Etablierung einer interdisziplinären Entscheidungskultur, in der digitale Gesundheitslösungen nicht als Add-on, sondern als strategische Versorgungsinstrumente bewertet werden.
Vorteile einer Innovation-First-Gesundheitspolitik
Gesundheitspolitik wird nicht länger als Regulierung medizinischer Infrastruktur verstanden, sondern als aktiver Treiber einer digital gestützten, patientenzentrierten Versorgungsarchitektur. „Innovation First“ wird zur Leitlinie, bei der digitale Diagnostik, Telemedizin und Patientenaufklärung nicht ergänzen, sondern strukturieren.
Für das Gesundheitssystem:
- Reduktion administrativer Belastungen und Kosten
- Effizienzgewinne durch digitale Prozessentlastung statt Zusatzdokumentation
- Klare Datenlagen für politische Steuerungsentscheidungen
Für Ärztinnen und Ärzte:
- Entlastung bei Routine-Diagnostik, mehr Zeit für komplexe Fälle
- Partizipation an der Gestaltung von Digitalinfrastruktur statt passives Abarbeiten
- Bessere Kommunikation mit Patienten durch standardisierte digitale Aufklärungsmodule
Für Patientinnen und Patienten:
- Frühzeitige Krankheitsdetektion durch KI-basierte Auswertung von Fundusaufnahmen
- Erhöhung der Gesundheitskompetenz durch interaktive Aufklärungstools wie PatientEd
- Schnellere Zugänge zu Versorgung über telemedizinische Nachsorge
Persönliche Maßnahmen
Um die Übersicht bei den gesundheitspolitischen Debatten zu behalten, entwickelte Amr Saad ein digitales Monitoringsystem, das Bundestagsdebatten zum Thema Gesundheit in Echtzeit erfasst. Immer wenn im Plenum das Wort „Gesundheit“ fällt, werden Redner, Partei, Zitat, Zeitangabe und die entsprechende Rede als Video automatisch dokumentiert. Dieses System schafft Transparenz und ermöglicht Bürgerinnen, Fachleuten und Medien einen objektiven Einblick in gesundheitspolitische Diskurse.
Parallel dazu gründet Amr Saad PatientEd, ein Start-up für digitale Patientenaufklärung, die komplexe medizinische Inhalte interaktiv und verständlich aufbereitet. Beide Initiativen sind Ausdruck seines Verständnisses von Innovation First– als Haltung, die Fortschritt, Transparenz und Verantwortung vereint.
Er steht für den offenen Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, Fachverbänden und der medizinischen Community, um diese Ansätze in bestehende Strategien zu integrieren. Gesundheitspolitik, so seine Überzeugung, muss wieder Gestaltungsraum für Fortschritt werden – nicht dessen Begrenzung.